Armin und David Graf

Sie gehören zur nächsten Generation der Unternehmerfamilie und blicken zugleich mit frischen Perspektiven auf Leyrer + Graf. Im Gespräch erzählen David und Armin Graf, wie sie das Unternehmen wahrnehmen und was sie Leyrer + Graf wünschen.

Sie sind mit Leyrer + Graf aufgewachsen. Wie prägt Sie diese Ausgangssituation heute?

David: Die Firma war immer da, aber in unserer Kindheit eher im Hintergrund. Erst später ist uns bewusst geworden, welche Dimension dahintersteht, denn wir wurden natürlich oft gefragt: „Seid ihr die vom Bauunternehmen?”

Armin: Ich sehe das ähnlich. Zu Besuch bei den Großeltern war es immer wieder mal ein größeres Thema und auch dann erst, als unser Vater ins Unternehmen eingestiegen ist.

Welches Bild haben Sie zum Lebensweg Ihres Großvaters?

David: Ein sehr beeindruckendes, denn den Weg, den er gegangen ist und seine ganze Lebensgeschichte vom Lehrling bis nach ganz oben ist schon besonders. Und so wie ich es wahrnehme, war seine Führung sehr am Menschen orientiert.

Armin: Wenn man die Geschichte unseres Großvaters kennt, dann hilft einem das zu verstehen, dass im Leben nichts selbstverständlich ist und man für seinen Erfolg hart arbeiten muss. Man kann bestimmt sagen, Leyrer + Graf ist sein Lebenswerk.

 

Wie erleben Sie die Rolle Ihres Vaters und die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren?

Armin: Er hat stark neue Perspektiven eingebracht – vor allem durch seinen eigenen Weg davor. Diese Kombination aus Erfahrung außerhalb und Verantwortung im Unternehmen ist aus meiner Sicht ein großer Vorteil. Und ich finde es toll, wie unser Vater die Balance zwischen Tradition und Innovation hält. Wir tauschen uns immer wieder aus und man merkt, wie stark er sich mit Leyrer + Graf und der Weiterentwicklung beschäftigt und das Unternehmen fit für die Zukunft machen möchte.

David: Er hat viel bewegt, viel modernisiert, was die Organisation bzw. die Strukturen im Unternehmen betreffen. Und er hat sehr bewusst an der Unternehmenskultur weitergearbeitet. Gerade in einer Phase, in der das Unternehmen stark wächst, ist das keine Selbstverständlichkeit. Diese Balance zwischen Wachstum und Identität ist etwas, das mir besonders positiv auffällt. Und dass mein Vater für diverse Herausforderungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit immer eine Lösung parat hat.

Armin Graf
Armin Graf

Wie nehmen Sie Leyrer + Graf aus Ihrer persönlichen Perspektive wahr?

David: Für mich ist Leyrer + Graf ein Unternehmen, das sich über viele Jahre hinweg sehr konsequent entwickelt hat und dabei seinen Charakter bewahren konnte. Besonders spürbar ist für mich auch der starke Zusammenhalt und der wertschätzende Umgang im Unternehmen. Und wenn man anpacken und etwas bewegen möchte, dann ist man hier am richtigen Ort.

Armin: Ich nehme es als ein Unternehmen wahr, das sowohl nach außen als auch nach innen Wirkung entfaltet. Einerseits durch Projekte und Entwicklungen, die sichtbar sind, andererseits durch das, was intern passiert – wie man miteinander umgeht, wie Entscheidungen getroffen werden. Genau diese Verbindung macht für mich den Unterschied aus.

David Graf
David Graf

Wenn Sie an die Zukunft denken: Was würde Sie reizen, selbst einmal einzubringen?

Armin: Themen wie Nachhaltigkeit, neue Technologien oder auch neue Geschäftsmodelle – also genau die Schnittstellen, die sich gerade stark verändern.

David: Und auch die Weiterentwicklung der Organisation selbst – etwa wie man Wachstum gestaltet, ohne Identität zu verlieren. Diese Fragestellungen finde ich sehr spannend.

Spüren Sie eine gewisse Erwartungshaltung, in das Unternehmen einsteigen zu sollen?

Armin: Wir hatten alle Freiheiten und sind unseren Interessen bei der Ausbildung gefolgt. Wir sind jedoch in der angenehmen Position, dass unsere Wege sehr deckungsgleich mit den Anforderungen sind, wenn wir in das Unternehmen einsteigen wollen würden. Gerade darf ich mich als abgeschlossener Umweltingenieur in einem Softwareunternehmen stark mit den Themen Nachhaltigkeit, KI und Digitalisierung beschäftigen und hole mir noch zusätzlich Impulse aus dem Bauingenieurwesen an der TU Wien.

David: Für mich war es auch immer wichtig, zunächst meinen eigenen Weg zu gehen – mein BWL-Studium abzuschließen und Berufserfahrung außerhalb des Unternehmens zu sammeln. Im Moment arbeite ich in einer großen Wirtschaftsprüfungskanzlei und mache derzeit die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer. Für mich hat unser Vater auch eine starke Vorbildwirkung, denn auch er hat zunächst seinen eigenen Weg eingeschlagen und sich bewiesen und konnte umso reicher an Erfahrung zurückkommen.

Was wünschen Sie Leyrer + Graf zum 100-jährigen Jubiläum?

David: Zunächst eine tolle Feier, die sich alle verdient haben und dass sich das Unternehmen seine Kraft und Ausdauer auch in Zukunft behält bzw. diese ausbaut sowie große und spannende Projekte realisiert.

Armin: Dass man mit Stolz auf das Erreichte blickt – und gleichzeitig offen bleibt für das, was kommt. Also die Verbindung aus Beständigkeit und Weiterentwicklung hält.